Kunsttherapie mit Kindern - was passiert denn da so?

 

Förderschwerpunkt: Selbstkompetenz/Potenzialentfaltung . Gemeinschaftsfähigkeit

Das gemeinsame Tun in der Kleingruppe bietet ein breites Spektrum der Entwicklungsförderung in Sachen Selbstkompetenz und Gemeinschaftsfähigkeit und sie ermöglicht mir als Therapeutin eine intensive Begleitung jedes einzelnen Kindes.

Das tiefenpsychologisch orientierte kunsttherapeutische Setting wirkt auf drei Ebenen (die s.g. "Kunsttherapeutische Triade"), in der Kleingruppe kommt hier noch die vierte Ebene - Kind-Gruppe - dazu:

 

Kind-Bild-Ebene: Das spontan gemalte Bild (o.ä) ist sowohl ein Ausdruck seines inneren Erlebens wie auch ein Handeln im Hier und Jetzt, welches Gesetzmäßigkeiten folgt: Der Pinsel tropft, das Papier reißt weil es zu nass ist, die Farbe verläuft und der Buntstift ist doof. Entwicklungsziele können z.B.  sein: Förderung der Handlungskompetenz, Erweiterung der Frustrations- und Aufmerksamkeitsspanne, Entwicklung eigener Lösungsstrategien

 

Therapeut-Bild-Ebene: Als Therapeutin decodiere ich  Bildmetaphern und analysiere den schöpferischen Prozess insgesamt. So erhalte ich zusätzlich viele für das Kind wertvolle Informationen, die (noch) nicht auf der bewussten Ebene sichtbar sind. Gemeinsam mit dem Kind können wir uns nun seinen Ressourcen, Wünschen, Bedürfnissen nähern, damit das Kind sie integrieren und dann gestalten kann.

 

Kind-Therapeut-Ebene: Die gelungene Beziehungsebene ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für alles Gute, was folgen kann. Als Therapeutin  biete ich mich als Projektionsfläche für alles, was gerade benötigt wird. In der Arbeit mit Kindern sind für mich die Übergänge zwischen therapeutischer und pädagogischer Intervention fließend und ständig wechselnd. Maria Aarts (MarteMeo) nennt es "die guten Momente", auf die es ankommt. Gut in Kontakt zu sein, mit sich und mit dem anderen, gemeinsam etwas zu tun, den anderen wahr und ernst nehmen und natürlich gemeinsam lachen und Freude spüren!

 

Kind-Gruppen-Ebene: Auch im kreativen Tun gibt es Grenzen, die der anderen und meine. Manchmal braucht man Hilfe, ein andern Mal kann man einem anderen Kind helfen. Ein Kind hat viele Ideen, ein anderes schaut gern den anderen mal über die Schulter. Vielleicht gibt es heute nur einen Pinsel oder das Objekt will nicht gelingen. Auch die Beziehungsebene bietet einiges an Herausforderungen und somit Entwicklungsmöglichkeiten.